Pflegeversicherung
Der Markt für Pflegedienstleistungen und Pflegeversicherungen in Deutschland boomt. Und für die kommenden Jahre sind nochmals deutliche Steigerungsraten zu erwarten. Was sind die Gründe für diese Entwicklung? Experten erwähnen in diesem Zusammenhang vor allem die in der letzen Jahrzehnten deutlich gestiegene Lebenserwartung aller Menschen in den westeuropäischen Ländern. Man kennt die Kritik an dieser Entwicklung bereits vom Deutschen Rentensystem, das dadurch zunehmend aus dem Gleichgewicht gerät.
Im Rahmen einer Pflegeversicherung wirkt sich dieser Umstand genauso drastisch aus. Dadurch, dass die Lebenserwartung steigt und die Menschen in Deutschland immer älter werden, erhöht sich auch zwangsläufig die Zahl der pflegebedürftigen Personen. Laut Hochrechnungen aus aktuellen Statistiken geht man davon aus, dass in etwa 15 Jahren in Deutschland über 3 Millionen Menschen pflegebedürftig sein werden.
Führt man sich diese Zahlen vor Augen, so wird schnell klar, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen keineswegs dazu in der Lage sein werden, alle Leistungen, welche die ständig wachsende Zahl der pflegebedürftigen Personen in Deutschland erfordert, vollständig zu finanzieren. Aus diesem Grund wurde im Jahr 1995 in Deutschland die gesetzliche Pflegeversicherung eingeführt. Sie dient fortan als eine der fünf Säulen des gesetzlichen Sozialversicherungssystems, wodurch jeder krankenversicherte Bürger in Deutschland dazu verpflichtet ist, seinen Beitrag zur Pflegeversicherung zu leisten.
Sollten Sie sich in einem noch jungen Alter befinden, werden diese Informationen in der Regel kein großes Aufsehen bei Ihnen verursachen. Die meisten jungen Menschen machen sich generell kaum Sorgen über eine eventuelle Pflegebedürftigkeit im späteren Alter. Experten empfehlen trotzdem, sich so früh wie möglich mit diesem Thema zu beschäftigen und die entsprechenden Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Ein Grund dafür ist auch, dass beispielsweise Zusatzversicherungen zur gesetzlichen Pflegeversicherung besonders günstig sind, wenn sie bereits im jungen Alter abgeschlossen werden.
Thema Pflegezusatzversicherung: Auch in diesem Bereich beobachten Experten jedes
Jahr enorme Zuwachsraten von teilweise bis zu 25 Prozent. Doch wer benötigt
überhaupt eine private Pflegezusatzversicherung, wenn er doch schon durch die
gesetzliche Pflegeversicherung abgesichert ist? Wichtig zu wissen in diesem
Zusammenhang ist, dass die gesetzliche Pflegeversicherung je nach Stufe der
Pflegebedürftigkeit maximal einen Betrag von derzeit rund 1.400 Euro im Monat an
Pflegeleistungen auszahlt. Auf den ersten Blick sieht dies nicht schlecht aus,
jedoch muss man sich darüber im Klaren sein, dass insbesondere eine stationäre
Pflege - beispielsweise in einem Pflegeheim - mitunter deutlich höhere
monatliche Kosten verursacht. Wer sich in diesem Fall also ausschließlich auf
die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung verlässt, wird
höchstwahrscheinlich finanzielle Probleme bekommen. Er muss die Kostenlücke,
welche zwischen der maximal ausgezahlten Leistung der gesetzlichen
Pflegeversicherung und den tatsächlichen Pflegekosten entsteht, aus eigener
Tasche bezahlen. Doch wer ist schon dazu in der Lage, jeden Monat einige tausend
Euro zuzusteuern?
Sie sehen also, es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Formen einer
Pflegeversicherung: Die gesetzliche Pflegeversicherung sowie die private
Pflegezusatzversicherung. Während die gesetzliche Pflegeversicherung für jeden
Krankenversicherten in Deutschland Pflicht ist (auch für privat
krankenversicherte Personen), sind die privaten Pflegezusatzversicherungen
grundsätzlich freiwillig.
Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Sie für eine eventuelle Pflegebedürftigkeit in fortgeschrittenem Alter bereits jetzt optimal vorsorgen und worauf Sie bei der Auswahl der für Sie passenden Pflegeversicherung achten sollten, dann finden Sie nachfolgend alle wichtigen Informationen zu diesem Thema.